VON LESERN – FÜR LESER

54 Minuten, die alles zerstören

Marieke Nijkamp

54 Minuten

Jeder hat Angst vor dem Jungen mit der Waffe

Das neue Schulhalbjahr hat begonnen und für viele ist es das letzte Halbjahr an der Opportunity High. Tomás und sein bester Freund Fareed sind zu Beginn des Schultages im Sekretariat und suchen von einem Schüler an der Schule die Schulakte. Tomás muss unbedingt wissen was über den Schüler drin steht. Er kann den Schüler nicht leiden und hat sich mit ihm schon geprügelt. Es ist Tyler, der Zwillingsbruder von der besten Freundin seiner Schwester Sylvia. Sylvia und Tyler hassen sich. Er hat ihr schlimmes angetan. Während Tomás und Farred nun die Schülerakte suchen, findet in der Aula die Ansprache der Direktorin statt, die zu Beginn jeden Halbjahres stattfindet. Diese Ansprache ist für alle Schüler verpflichtend. Ausnahme ist die Laufgruppe, in der Chris und Claire sind. Nach der Ansprache wollen Schüler und Lehrer die Aula verlassen und in ihre Klassen gehen. Doch alle Türen der Aula sind geschlossen. Niemand kommt mehr raus. Und dann ertönen Schüsse, die auch von der Laufgruppe und von Tomás und Fareed wahrgenommen werden. Die Schüsse kommen von Tyler.  Sylvia, die mit ihrer besten Freundin Autumn auch in der Aula, ist hat große Angst. Schließlich ist Tyler auch wegen ihr hier, um sich an ihr zu rächen. Denn sie ist an allem Schuld.  Doch nicht nur an ihr, sondern an all denen, die ihn verlassen haben, ihm wehgetan haben und ihm seine Familie genommen haben. Überall liegen Verletzte und Tote.

Tomás und Fareed beschließen den Überlebenden und den Verletzten zu helfen und sie da raus zu holen. Vor allem Tomás will nur eins: Seine Schwester retten!

Auch die Laufgruppe macht sich daran Hilfe zu holen. Vor allem Claire ist verzweifelt, denn ihr kleiner Bruder Matt, der auch an dieser Schule ist, ist ebenfalls in der Aula. Chris steht Claire bei. Beide kommen sich langsam näher. Unterdessen versucht Autumn ihren Bruder von den Überlebenden abzulenken und bittet ihn um Verzeihung. Wird Tyler noch weitere Menschen erschießen oder wird sich doch noch alles zum Guten wenden?

 

Das Buch ist toll geschrieben und fesselt einen beim Lesen. Es ist aus der Perspektive von vier Jugendlichen geschrieben, was das Buch noch spannender macht.

 

Gelesen von Carolin Günther

Willkommen wieder zurück in Venedig!

Eva Völler : „ Time School: Auf ewig dein“

Nach lang ersehnter Vorsetzung von Anna und Sebastianos Abenteuern, kommt jetzt das Spin-off endlich heraus. An der vielleicht ersten Zeitreise-Akademie für Menschen aus der Vergangenheit, welche die Zukunft retten können, entführt sie Eva Völler in eine wunderbare Welt! Getarnt als Theater, ist dies der Ort, wo eine neue Generation von Zeitreisenden ausgebildet wird. Doch alte Rivalen und neue Abenteuer warten nicht lange auf sich.

Anna und Sebastiano sind endlich zurück! Das Traumpaar der Zeitenzauber-Trilogie ist nach vielen bestandenen Abenteuern langsam zu richtigen Zeitreiseprofis gereift. Grund genug, um eine eigene Zeitreiseschule in Venedig zu gründen. Dem Ort wo alles begann, die Liebe und die Abenteuer der beiden.

Ihre ersten beiden Schüler sind: die verführerische und wunderschöne Fatima, ein Haremsmädchen aus dem 13. Jahrhundert und der draufgängerische Ole, Sohn eines Wikingerhäuptlings. Als erste Mission sollen sie einen Mord

am Hofe Heinrichs des Achten verhindern. Doch wie kann es anders sein, kommt alles anders als geplant. Anna und Sebastiano haben alle Hände voll zu tun, ihre Schüler zu bändigen und nebenbei auch noch das Böse zu verhindern. Zu allem Überfluss, taucht dann ein unerwarteter Besucher aus der Zukunft auf, der von Anna einen grausamen Tribut fordert: »Opfere deine große Liebe, damit die Zukunft fortbestehen kann! «Was werden Sebastiano und Anna tun?“ Das werdet ihr in dem fesselnden Buch erfahren!

Ich fand das Buch „Auf ewig dein: Time School!“ unglaublich. Ich weiß nicht, wie ich es anders beschreiben könnte. Eva Völler hat sich – nach meiner persönlichen Meinung – selbst übertroffen. Das Buch beinhaltet Liebe, Drama, Witz und viele spannende Szenen. Es ist kein Abklatsch, bei dem einem langweilig werden könnte. Nein, es ist voller unerwarteter, faszinierender Szenen. Es ist für mich definitiv das lesenswerteste Buch des Jahres! Ich würde das Buch von 12-17 Jahre empfehlen.

Gelesen von Davina Schäfer

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Eine Liebeserklärung an Bombay und an das Leben!

Gregory David Roberts: „Im Schatten des Berges“

Shantaram ist wieder da! Seit dem Ende des ersten Teils sind zwei Jahre vergangen. Lindsay Ford kehrt nach einer dreiwöchigen Geschäftsreise aus Goa nach Bombay zurück und findet sein gewohntes Umfeld völlig verändert vor. In seinem Klan haben sich große Umstrukturierungen ergeben und auch privat scheint nichts mehr so zu sein wie zuvor. Verstört versucht Lin sich an die neue Situation zu gewöhnen, doch schnell muss er feststellen, dass er die Kontrolle über sein Leben verliert. Er erleidet erschütternde Schicksalsschläge und gerät in einem brutalen Krieg der Klans zwischen die Fronten. Doch nach mehreren ergreifenden Besuchen bei einem weisen Mann öffnen sich ihm schließlich die Augen und er sieht seinen weiteren Weg auf einmal ganz klar vor sich.

Der zweite Teil der Geschichte um den Gefängnisflüchtling Lin ist abermals etwas ganz Besonderes. „Shantaram“ hat mir zwar noch besser gefallen, aber „Im Schatten des Berges“ hat mich dennoch von Anfang an mitgerissen. Ein Auf und Ab der Gefühle, philosophische Exkurse, großartige Schilderung von Land und Leuten, und nicht zuletzt packende Spannung. Begeben Sie sich auf eine seelische Reise in eine aufwühlende, farbenfrohe Welt!

gelesen von Emily Denyer

>> Mit Stefan Ahnhem ist endlich ein würdiger Erbe für Stieg Larsson da. <<

Stefan Ahnhem: „Minus 18 Grad“

Helsingborg, eine Stadt im südschwedischen Schonen, wird Schauplatz eines dramatischen Verbrechens. Eine halsbrecherische Verfolgungsjagd endet abrupt, als einer der Fahrer wie von Sinnen über den Asphalt rast und in das Hafenbecken an der Küste stürzt. Was zunächst nach einem tragischen Selbstmord aussieht, entpuppt sich kurz darauf als perfider Mord. Der Fahrer des Wagens ist schon seit zwei Monaten tot. Fabian Risk und sein Team stehen vor einem Rätsel. Sie haben es mit einem skrupellosen, hochintelligenten Täter zu tun, der ihnen immer einen Schritt voraus zu sein scheint. Kurz darauf überschlagen sich die Ereignisse.

Auf Stefan Ahnhem ist Verlass. Auch dieser Thriller ist wieder packend von der ersten bis zur letzten Seite. Gebannt und schockiert verfolgt man die Handlung, fiebert mit dem Team und wird immer wieder aufs Neue verblüfft und überrascht. Für alle Fans von brillanten skandinavischen Thrillern.

gelesen von Emily Denyer

Liebe Anne Freytag,

Ich danke dir von Herzen. Danke für dieses Buch. Danke für Teskar.
Danke!
Ich habe geweint, gelacht, gelebt – und zwar mit Tessa zusammen. Leider muss ich gestehen, dass ich weder den Namen Tessa noch Oskar mag. Aber ich mag, was du aus ihnen gemacht hast. Ich mag, was Tessa und Oskar ausmacht. Dass du sie zu Teskar gemacht hast.

Anne Freytag, „Mein bester letzter Sommer“

Wer will schon etwas mit einer 17-jährigen Jungfrau ohne Führerschein zu tun haben, die noch dazu bald sterben wird? Niemand. Davon zumindest ist die schüchterne Tessa überzeugt und verbarrikadiert sich seit Wochen in ihrem Zimmer. Tessa ist schwer krank – jeder Schlag ihres Herzen könnte ihr letzter sein. Das macht sie traurig und wütend. Wütend, weil sie ihr Leben nicht mehr leben, nie das Abi feiern oder in eine WG ziehen kann. Tessa wird nie in Oxford ans Konservatorium gehen oder einen Jungen küssen. Doch dann taucht plötzlich Oskar auf. Und er lässt nicht locker. Auch nicht, als Tessa ihn wegzustoßen versucht. Und so findet sich Tessa plötzlich mit Oskar und seinem klapprigen Volvo in Italien wieder und stellt fest, dass jeder Tag, jeder Stunde das pure Glück bedeuten kann, wenn du sie mit dem Menschen verbringst, der dich so liebt, wie du bist…

Mir hat das Buch „Mein bester letzter Sommer“ sehr gut gefallen und ich kann es nur weiterempfehlen. Am Anfang dachte ich, dass wäre ein langweiliges Buch, aber nach 10 Seiten konnte ich nicht mehr aufhören zu lesen. Es ist manchmal etwas traurig gewesen, sogar das hat mir gut gefallen.

Beim Lesen konnte ich mich super in die Situation von Tessa versetzten. Es war sehr gut, dass man zum Ende hin aus der Sicht von Oskar das Buch lesen konnte. Ich kann wie gesagt, das Buch nur weiterempfehlen und werde es selbst gerne noch ein zweites Mal lesen. Ich werde es trotzdem spannend finden.

gelesen von Julia Sperber (12 Jahre)

Besonders empfohlen von Bernd Vockeroth

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Wieder mal eine grandiose Geschichte von Andreas Eschbach!

Andreas Eschbach- AQUAmarin

Die sechzehnjährige Saha lebt seit dem Tod ihrer Mutter mit ihrer taubstummen Tante in Seahaven. Seit sie ein Baby war hat man ihr gesagt, sie solle sich vor dem Meer hüten. Saha kann nicht schwimmen. Eines Tages wird sie von einer Mitschülerin und deren Freundinnen in ein Fischbecken gestoßen. Sie geht unter und merkt plötzlich, dass Luftblasen aus ihrem Mund aufsteigen. Später erzählt man ihr, sie wäre ca. fünfzehn Minuten unter Wasser gewesen und hätte nur das Bewusstsein verloren. Lange nach diesem Vorfall entdeckt sie, dass ihre angeblichen Wunden Kiemen sind, mit denen sie unter Wasser atmen kann. Dies muss aber ein Geheimnis bleiben, da man sie sonst aus Seahaven verbannen würde. Nur ihr bester Freund weiß Bescheid. Das Geheimnis kommt aber eines Tages raus, nachdem sie einen Mitschüler mit ihrer Gabe vor dem Ertrinken rettet…

Als ich das Buch angefangen habe zu lesen, fand ich die ersten paar Seiten langweilig. Aber danach wurde es immer spannender. Was ich sehr spannend fand war, wie geschrieben wurde, dass Saha unter Wasser atmen kann und wie sie die Welt unter Wasser sieht.

Dieses Buch würde ich jedem Jugendlichen empfehlen, der gerne Fantasy-Bücher liest.

Gelesen von Carolin Günther

Mord und Totschlag im nordhessischen Dorfidyll

Heimläuten von Nicole Braun

Edgar Brix kehrt nach dem Krieg in die hessische Heimat zurück. Er eröffnet die seit vielen Jahren leerstehende Praxis seines Vaters in Wickenrode wieder. Doch kaum ist er wieder richtig angekommen, wird er vom Schäfer Nathan Gunkel zu einem Toten am Waldrand gerufen. Vieles steht im Zusammenhang mit einem ungeklärten Mord aus dem Jahre 1938. Gemeinsam mit Albrecht Schneider, der sich noch gut an die Ereignisse von damals erinnern kann, macht sich Brix an die Aufklärung des Geschehens.

Das ziemlich ungewöhnliche Ermittlerteam hat mich auf Anhieb gepackt – sowohl der ältere Schneider, als auch der jüngere Brix. Charismatische, vielschichtige Typen, beide mit Vergangenheit und – wie ich hoffe – auch mit Zukunft. Beide haben Ecken und Kanten sind einfach sympathisch. Ein absolutes Ermittler-Dreamteam.

Die Geschichte wird ruhig erzählt, aber durch die besondere Atmosphäre, die erzeugt, zieht sie einen nach und nach in ihren Bann und wird von Abschnitt zu Abschnitt immer spannender.

Diese Geschichte ist ein heißer Tipp. – Traut euch, man wird mit einer spannungsreichen Geschichte belohnt.

„Fazit: Dabei bleiben und sich an einem tollen Ermittlerteam, einer guten Atmosphäre und einem spannenden Fall erfreuen.“

gelesen von Bernd Vockeroth

Seit Anfang Februar liegt auch der zweite Fall der beiden vor! Elsternblau

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„Mit Tante Poldi hat er eine famose Figur geschaffen, die das Zeug zur Kultermittlerin hat.“

Mario Giordano: Tante Poldi und die sizilianischen Löwen

Die verwitwete resolute Bayerin Isolde Oberreiter, genannt Poldi, beschließt nach ihrem 60. Geburtstag, ihre Heimat zu verlassen und zieht von München nach Sizilien. Dort lebt sie sich dank ihrer unkomplizierten, aufgeschlossenen Art bald gut ein und fühlt sich wie zu Hause.

Doch die anfängliche Ruhe ist nur von kurzer Dauer. Der junge Sizilianer Valentino, der für die Poldi kleine Arbeiten erledigte, ist auf einmal verschwunden. Zunächst glaubt Tante Poldi nicht an ein Unglück, aber als Valentino auch die folgenden Tage nichts von sich hören lässt, wird sie misstrauisch und beginnt zu ermitteln. Unterwegs als Detektivin stößt sie auf zwielichtige Gestalten, einen imposanten Commissario, auf freundliche und weniger freundliche Hunde, sture wortkarge Sizilianer und eine charmante Französin.

Trotz aller Widerstände und Gefahren gibt Tante Poldi nicht auf und kommt dem Geheimnis näher und näher …

„Tante Poldi“ ist ein guter Krimi mit einer ordentlichen Prise Humor. Ein Mix aus Bayern, Italien und Sizilien im Besonderen. Machen Sie Bekanntschaft mit der traurigen Signora Cocuzza, Valérie und Hölderlin! Witzig und spannend zugleich! Wagen Sie ein Lesevergnügen der anderen Art!!

gelesen von Emily Denyer und Bernd Vockeroth

Intelligent, direkt, brutal, brandaktuell und typisch skandinavisch!

Stefan Ahnhem: „Herzsammler

Stockholm, nur noch zwei Wochen bis Weihnachten: Der Kommissar Fabian Risk soll diskrete Ermittlungen unter höchster Geheimhaltungsstufe anstellen. Schwedens Justizminister ist verschwunden! Trotz aller Widerstände und zunächst ganz auf sich gestellt folgt Risk den Hinweisen und seinem Instinkt und setzt alles daran, den Minister lebend zu finden. Doch schon bald stellt sich heraus, dass dies keine gewöhnliche Entführung ist, bei der es um Lösegeld oder Erpressung geht.

Zur gleichen Zeit sieht sich die engagierte Polizistin Dunja Hougaard in Kopenhagen einem kaltblütigen Mord an einer prominenten Frau gegenüber. Schnell steht der Hauptverdächtige für das Kommissariat fest. Es muss der Ehemann gewesen sein. Doch der ist verschwunden. Hougaard zweifelt an dieser Theorie und glaubt an einen anderen Täter. Auf der Suche nach dem Mörder gräbt sie in der Vergangenheit und kämpft erbittert für die Wahrheit.

Wie zuvor „Und morgen Du“ fesselt auch der zweite Fall von Fabian Risk gleich zu Beginn und zieht den Leser tief hinein in einen Sog aus brillanter Polizeiarbeit, grausamer Gewalt, und erschreckend realen Darstellungen.

Intelligent, direkt, brutal, brandaktuell und typisch skandinavisch!

Stefan Ahnhem macht süchtig!!

„Funktioniert hatte es jedoch nicht. Obwohl er sich genau an alle Anweisungen gehalten und alle Übungen absolviert hatte, war das Feuer in ihm nie erloschen. Der Therapeut hatte Fragen gestellt, und er hatte die Antworten gegeben, die von ihm erwartet wurden. Doch im tiefsten Inneren hatte er bereits nach einem Jahr Behandlung gewusst, dass das nie aufhören würde. Was immer er tat, er würde immer da sein.  –    Der Hunger.“

 „In meinen Geschichten soll man sich nie sicher fühlen. Genau wie im wirklichen Leben kann alles passieren. Wenn man am wenigsten damit rechnet.“ Stefan Ahnhem

gelesen von Emily Denyer

>Eine Achterbahn der Gefühle<

Gayle Forman, Nur ein Tag — Und ein ganzes Jahr

Allyson und Willem verbringen einen Tag zusammen in Paris. Sie sind sich gerade erst begegnet. Der Tag wird für beide unvergesslich!

In „Nur ein Tag“ erzählt Allyson ihre Geschichte. „Nur ein ganzes Jahr“ ist Willems Sicht auf die Dinge gewidmet. Zwei Bücher, die ohne einander nicht sein können.

Am Ende von Teil 2 wartet eine Überraschung auf die geduldigen Leser ;o) Nicht verpassen!

Eine wunderbare Liebesgeschichte, die mich sogleich in ihren Bann gezogen hat. Ich habe mitgefiebert, gelacht und geweint. Ich bin mit den beiden um die Welt gereist und habe Orte gesehen, an denen ich noch nie war.

Taucht ein in eine bewegende, herzerwärmende Geschichte und lasst euch von Allyson und Willem mitnehmen auf eine Reise der Gefühle!

für euch gelesen von Emily Denyer

Manchmal liegt das Ziel woanders, als du denkst!
 

„AUF UND DAVON“ von David Arnold

VON EINER, DIE AUSZOG, DAS LEBEN ZU FINDEN

In der einen Sekunde steht Mim Malone noch im strömenden Herbstregen. In der nächsten springt sie an Bord eines Greyhound-Busses und lässt alles hinter sich: ihren überfürsorglichen Vater, seine nervige Frau und das neue Zuhause, das keins ist. Plötzlich liegt vor der 16-Jährigen 1.500 Kilometer Freiheit – denn so weit ist es bis zu ihrer kranken Mom. Die große Liebe (Vielleicht?), eine verrückte Lady (Ganz bestimmt!) und so manche ungeahnte Ausfahrt zeigen Mim, dass das Ziel manchmal ganz woanders liegt, als man denkt …

Die Geschichte von Mim, erzählt aus Mims Sicht und unterstützt durch von ihr verfasste Tagebucheinträge in Briefform, ist eine mitreißende Erzählung von Mims Erlebnissen und Erfahrungen auf ihrer Reise quer durch Amerika. Interessant ist, wie sie sich  dabei selbst näher kennenlernt. Geprägt von fortwährenden überraschenden Handlungen bleibt das Buch bis zum Ende spannend und lässt sich sehr gut lesen.

gelesen von Katja Marxen

Achte auf den Baum, er wird dich beschützen.  

„DIE HONIGTÖCHTER“ von Cristina Caboni

Die geheime Sprache der Bienen erzählt von Liebe und der Vergangenheit einer Insel …

Kurz nach Sonnenaufgang verlässt Angelica Senes eine Landstraße in Südfrankreich und folgt einem von Rosmarin und Lavendelbüschen gesäumten Weg. Sie sucht den Bienenstock auf, den man ihr anvertraut hat. Sie ist reisende Imkerin, und sie liebt ihre Freiheit. Auch wenn sie dabei das türkisblaue Meer ihrer Heimat Sardinien vermisst. Erst als ihre Patentante stirbt und ihr ein Cottage hinterlässt, kehrt Angelica zurück. Doch dort muss sie sich dem stellen, was sie einst zurückließ: ihrer Familie, den Geheimnissen der Insel – und Nicola, dem Mann, an den sie schon als Kind ihr Herz verlor …

Nach unserer Kräuterwanderung mit Anna Hutter, die uns immer wieder auf die Wichtigkeit der Bienen hinwies, musste ich dieses Buch natürlich sofort lesen, als es erschien, zumal ich auch eine Vorliebe für Honig habe! Jedes Kapitel wird hier liebevoll mit einer Honigsorte eingeleitet: „Lindenhonig: Sein Duft erinnert an die Blüten, aus denen er gewonnen wird, frisch und aromatisch. Er gilt als Honig der Entschiedenheit und Willenskraft. Er schmeckt nach Minze und mineralreichem Wasser… „Folglich passiert in diesem Kapitel etwas bei dem Angelica entschieden ihren Willen durchsetzt.

Angelica muss man einfach lieben. Ihr Respekt vor der Natur, der Umgang mit ihr; eine sehr sympatische Frau. Cristina Caboni versteht es wie in ihrem ersten Buch „Die Rosenfrauen“ uns so in das Buch hineinzuziehen, das man einen Geschmack nach Minze verspürt, die Gerüche wahrnimmt, und die Naturgewalten zu spüren glaubt.

Man merkt, dass die Autorin Imkerin ist und Rosen auf Sardinien (ihrer Heimat) züchtet.

So fesselnd, dass ich nicht mehr aufhören wollte.

Als Sommerlektüre bestens zu empfehlen!

 

Gelesen von Heike Vockeroth

Ein tief bewegendes Buch und ein episodenreiches Jahrhundertpanorama
 

„DER MANN DER DAS GLÜCK BRINGT“ von Catalin Dorian Florescu

Der Amerikaner Ray und die Rumänin Elena begegnen sich unter tragischen Umständen in New York. Als Elena Schutz und Zuflucht sucht, nimmt der gütige Ray sie bei sich auf.  Dabei lernen sie sich etwas besser kennen und erzählen sich und dem Leser nach und nach ihre Lebens- und Familiengeschichte. Obwohl die Gegensätze ihrer Herkunft sehr groß sind, spüren die beiden von Anfang an, dass sie einander so gut verstehen wie niemand sonst.

Rays Vorfahren waren Einwanderer und stammten aus sehr ärmlichen Verhältnissen. Sein Großvater kämpfte im New York des beginnenden 20. Jahrhunderts tagtäglich ums Überleben. Elend, Gewalt, Armut und Krankheiten sind an der Tagesordnung. Das ist die Welt von einem Jungen, der davon träumt, irgendwann ein großer berühmter Sänger zu werden.

Elena hingegen kommt aus dem Donaudelta. Das Leben dort ist karg und ereignislos. Die Menschen, die hier leben sind meist Fischersleute und arbeiten hart für ihr Auskommen. Tradition und Aberglaube sind die großen moralischen Gebote, nach denen die Leute sich richten.

Florescu schildert zwei grundverschiedenen Welten, die durch puren Zufall aufeinander prallen und sich am Ende miteinander vereinen. Nebenbei verwebt er in seinem Roman immer wieder wahre historische Ereignisse, sodass die Erzählung einen sehr reellen Anstrich bekommt. Der Autor malt ein ausdrucksstarkes, einfühlsames Bild einer dramatischen Zeitspanne, die sich vom Ende des 19. Jahrhunderts bis heute zieht.

Dieses Buch hat mich sehr bewegt. Es hat großen Eindruck auf mich gemacht und ich werde die bildgewaltige Geschichte bestimmt so schnell nicht vergessen. Auch der neue Roman von Florescu ist ein kleines Kunstwerk, das Sie sich nicht entgehen lassen sollten!

gelesen von Emily Denyer

Eine Geschichte voller Liebe und Weisheit: Das beeindruckendste Jugendbuch des Jahres

 Ava Dellaira; Love Letters to the Dead

Es beginnt mit einem Brief. Laurel soll für ihren Englischunterricht an eine verstorbene Persönlichkeit schreiben. Sie wählt Kurt Cobain, den Lieblingssänger ihrer Schwester May, die ebenfalls viel zu früh starb. Aus dem ersten Brief wird eine lange Unterhaltung mit toten Berühmtheiten wie Janis Joplin, Amy Winehouse und Heath Ledger. Denn die Toten verstehen Laurel besser als die Lebenden. Laurel erzählt ihnen von der neuen Schule, ihren neuen Freunden und Sky, ihrer großen Liebe. Doch erst, als sie die Wahrheit über sich und ihre Schwester May offenbart, findet sie den Weg zurück ins Leben und kann einen letzten Brief an May schreiben …

Die Protagonisten Laurel, die gerade auf die Highschool gekommen ist, deren Eltern geschieden sind und deren Schwester kürzlich verstorben ist, erzählt ihre Geschichte in Form von Briefen an in jungen Jahren verstorbene Persönlichkeiten, mit denen sie sich im Laufe der Geschichte auseinandersetzt.

Laurel’s Briefe sind sehr bewegend verfasst, man kann sich sehr gut in ihre Lage versetzen und erlebt ihre Geschichte mit allen Emotionen mit. In den Briefen an die verstorbenen Prominenten erzählt Laurel von ihrer Vergangenheit mit ihrer geliebten Schwester May und ihren aktuellen Problemen mit Sky, ihren Freunden und ihrer Familie. Laurel’s Geschichte über den Verlust ihrer Schwester und ihr dadurch aus den Fugen geratenes Leben rührt zu Tränen und jeder kann nachfühlen, wie schwer es  sein muss, mit einem solch großen Verlust zu leben. Dieses Buch fesselt und berührt so stark, dass man es nur zum Taschentücher holen aus den Händen legen kann.

Für Sie gelesen von Katja Marxen

Wunderbares Buch für alle Flat Coated Besitzer  

„VIER PFOTEN UND EIN TINTENFISCH“ von Helge Sobik

Hoover ist ein Flat-Coated Retriever. Beim Einzug in sein neues Zuhause ist er sehr entspannt gewesen. Neugierig erkundete er erstmal alles. Viele Leute verstanden den Namen nie richtig. Aus Hoover wurde also Uwe oder Hubert. Bis Herrchen sie korrigierte und sagte er heißt wie der Staubsauger. Auf den Namen kam er, da Hoover merkwürdige Geräusche von sich gab und manchmal hörbar spannende Gerüche mit der Nase

aufsaugte. Hoovers Lieblingsspielzeug ist ein Tintenfisch bei dem eines Tages alle Tentakeln verschwunden waren. Das Alleinebleiben hatte er auch schnell drauf. Wenn er nicht mit durfte, gab es immer Beschäftigung. Hoover springt auch vor Begeisterung aus dem Stand in die Luft. Er erntet unheimlich gerne Kirschen, aber nur die runter gefallenen. Genussvoll lutscht, kaut und schluckt er sie. Heiße Sommertage verbringt er gerne in der Duschwanne. Eine Lieblingsbeschäftigung von ihm ist es einen Strumpf, dem ein Leckerli ist, aufzuknoten. Eines Tages ist ein Strumpf plötzlich weg. Da hat es ihm wohl zu lange gedauert und er hat ihn runtergeschluckt. Als einmal auf dem Tisch eine Tomate lag und Herrchen nicht hingeguckt hat, hat er sich die Tomate genommen. Den Wohnzimmerteppich hat er auch zerlegt. Doch bei allem Unfug, den er anstellte. Man kann ihm einfach alles verzeihen. Mit Hoover wird es nie langweilig.

Das Buch ist sehr lustig und an Hundeliebhaber weiter zu empfehlen. Denn am Ende hätte man am liebsten selbst einen Welpen.

gelesen von Carolin Günther

„Hier steckt alles drin, was das Leben ausmacht: dramatische Schicksalsschläge, Liebe, Hoffnung, Freundschaft.“

„LETZTER BUS NACH COFFEEVILLE“ von J. Paul Henderson

Drei in jeder Hinsicht ziemlich älteste Freunde reisen in einem klapprigen Tourbus der Beatles quer durch die USA bis nach Mississippi. Mit an Bord: Alzheimer, die grausame Krankheit des Vergessens. Nach und nach steigen noch andere Passagiere mit kunterbunten Lebensläufen zu, die verrückt genug sind, um es mit so einem heimtückischen Mitreisenden aufzunehmen. Ein Buch, bei dem man ebenso oft Tränen weint wie Tränen lacht und das man dabeihaben will, wenn’s im eigenen Leben mal nichts mehr zu lachen gibt.

Letzter Bus nach Coffeeville ist ein wunderbares Buch über die Freundschaft und das Leben, aber auch über Krankheit, das Sterben und den Umgang damit „Hier steckt alles drin, was das Leben ausmacht: dramatische Schicksalsschläge, Liebe, Hoffnung, Freundschaft.“.

Ein Buch, das sehr viel abdeckt. Man darf lachen, weinen, hoffen, traurig sein und wieder mal nachdenken und glücklich sein darüber, dass man so viel hat und gesund ist.

Der erste Teil des Buches hört nicht auf, einen in Bann zu schlagen. Auf den letzten 200 Seiten legt die Geschichte aber erst richtig los! Und dann… drei Nächte später… ist der Bus leider schon in Coffeville angekommen.

unbedingte Leseempfehlung Nordwestradio: J. Paul Henderson: Letzter Bus nach Coffeeville,

gelesen vonBernd Vockeroth

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Dan Brown für Jugendliche…

Christina Diaz Gonzalez; „Moving Target. Die Spur der Gejagten“

Das ist die Geschichte von der etwa 15 Jahre alten Cassandra, genannt Cassi, die die Zukunft ändern möchte, um ihrem Vater das Leben zu retten. Dazu braucht sie den „Speer des Schicksals“. Bei der aufregenden Suche wird sie von Unbekannten verfolgt, aber zum Glück helfen ihr ihre beste Freundin Simone und ihr neuer Freund Asher.

Die Geschichte spielt in Italien. Sie ist spannend, und ich habe sie in vier Tagen durchgelesen. Manche Rätsel, vor denen die drei Freunde stehen, sind leider so einfach, dass ich sie schon eher als die Hauptfiguren gelöst hatte. Das Ende bleibt offen. Das ist ein wenig enttäuschend. Trotzdem freue ich mich schon auf den nächsten Teil.

Gelesen von Klara Allihn (11)

Ein liebender Ehemann oder ein kaltblütiger Mörder … Was weiß sie wirklich?  

„DIE WITWE“ von Fiona Barton

Als Bella Elliot 2006 aus dem Vorgarten ihrer Mutter verschwindet, ist ganz England in Aufruhr. Wie kann ein zwei Jahre altes Mädchen in einer beschaulichen Kleinstadt einfach verlorengehen? Detektive Bob Sparkes ist ratlos. Aber dann kommt er dem Lieferkurier Glen Taylor auf die Spur. Dessen Frau Jean fällt aus allen Wolken Glen war doch ihr Held! Auch wenn er in seinem Zimmerchen nächtelang vor dem Computer saß, um zu chatten. Vier Jahre nach Bellas Verschwinden wird Glen von einem Bus erfasst und stirbt. Detektive Bob Sparkes lässt der Fall nicht los.

Die Frau.

Jean Taylor führt ein ganz normales Leben in einer englischen Kleinstadt: Sie hat ein hübsches Haus und einen netten Ehemann. Glen und sie führen eine gute Ehe.

Der Mann.

Dann kommt der Tag, der alles ändert: Sie nennen Glen jetzt das Monster. Er soll etwas Unsagbares getan haben. Und Jeans heile Welt zerbricht.

Die Witwe.

Jetzt liegt Glen auf dem Friedhof, und Jean ist frei. Frei, das Spiel endlich nach eigenen Regeln zu spielen …

Jean Taylor wird uns sagen, was sie weiß.

„Die Witwe“ hat mir sehr gut gefallen. Die Lösung des Falles ist lange nicht in Sicht. Ein perfekt konstruierter Spannungsbogen. Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive der Mutter, des ermittelnden Polizeibeamten, des angeblichen Täters – und dessen Witwe…

Die Geschichte ist durchgehend spannend erzählt. Bis zuletzt habe ich mit gefiebert und gerätselt, wer nun tatsächlich hinter dem Ganzen steckt. Ich wollte unbedingt schnell zum Schluss lesen, ein Glücksfall für Fans von „Gone Girl“, Girl on Train“ und „Ich.Darf.Nicht.Schlafen!“

gelesen von Bernd Vockeroth

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Einfach nur fantastisch!

 Anna und der Schwalbenmann von Gavriel Savit

Krakau, 1939. Anna ist 7 Jahre alt , als die Deutschen ihren Vater mitnehmen. Sie bleibt allein zurück , denn ihre Mutter ist vor langer Zeit gestorben. Als ihr Vater weggebracht wird ,ist sie bei einen Bekannten in Obhut. Doch der will Anna nicht mehr haben , als er merkt, dass ihr Vater wieder kommen wird und schickt sie weg. Anna setzt sich vor die Apotheke des Bekannten. Dort lernt sie auch den Schwalbenmann kennen. Er ist ein begabter Mann, denn er spricht Anna auf 4 Sprachen an und er kann Vogellaute imitieren, um damit Schwalben anzulocken.Der Schwalbenmann erinnert Anna an ihren Vater und sie schließt sich dem Mann vertrauensvoll an. Gemeinsam streifen sie durch die Wälder. Sie lernt von dem Schwalbenmann, dass sie nie ihren eigenen Namen preisgeben darf und wie sie in so einer gefährlichen Zeit überlebt. Zusammen stoßen sie auf Hindernisse, die sie gemeinsam oder jeder für sich bewältigen. Doch es gibt auch Gefahren, die selbst der Schwalbenmann nicht bewältigen kann und die für Anna gefährlich werden könnten….

„ Anna und der Schwalbenmann“ ist ein tränenreiches und unglaublich berührendes Buch über die Zeit des 2. Weltkrieges. Das Buch sollte jedoch nicht gelesen werden, wenn man sich noch nicht mit den 2. Weltkrieg gut befasst hat, da Gavriel Savit nicht alles realistisch dargestellt hat, sondern anfangs mit kindlicher Leichtigkeit wiedergegeben hat. Außerdem enthält es ein paar brutale Stellen.

Das Buch ist hervorragend für Jugendliche ab 13 Jahren. Es berührt einen zutiefst und gehört zu einen der best formuliertesten Bücher auf den Buchmarkt.

Gelesen von Davina Schäfer

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Die mitreißende Geschichte eines märchenhaften Aufstiegs

Vikas Swarup; Die wundersame Beförderung

Die junge Inderin Sapna führt ein einfaches Leben mit Mutter und Schwester. Eines Tages hat sie im Tempel ihrer Lieblingsgöttin Durga eine außergewöhnliche Begegnung. Ein älterer, gut gekleideter Mann tritt auf sie zu und spricht sie an. Er gibt sich als Vinay Mohan Acharya, Besitzer des erfolgreichen Unternehmens ABC-Group, aus und unterbreitet ihr ein schockierendes Angebot. Sie, ja wirklich sie, wurde auserwählt. Sie soll durch 7 Prüfungen gehen. Wenn sie sie besteht, wird man sie zur Geschäftsführerin der ABC-Group ernennen. Allerdings muss sie alle Prüfungen durchziehen. Sie darf nicht abbrechen. Zudem erhält sie einen Vorschuss von 100.000 Rupien.

Skeptisch hält Sapna das Ganze zunächst für einen Scherz doch durch eine Notlage wirft sie alle ihre Bedenken über Bord, akzeptiert die Bedingungen und unterschreibt den Vertrag.

Von nun an kommt sie nicht mehr zur Ruhe. Ihr Leben ist plötzlich voller unvorhergesehener Ereignisse. Und nie ist wirklich klar, ob Acharya die Finger im Spiel hat oder ob es sich tatsächlich nur um einen Zufall handelt. Die junge Frau sieht sich ständig äußerst schwierigen und teils gefährlichen Entscheidungen gegenüber und wird immer wieder hart auf die Probe gestellt.

Vikas Swarup hat wieder eine atemberaubende Geschichte geschrieben.

„Die wundersame Beförderung“ ist ein großartiges Buch. Ich war beim Lesen in einer ganz anderen Welt gefangen. Spannend, ergreifend, lehrreich!!

Ein ganz besonderer Roman voller Überraschungen!

gelesen von Emily Denyer

Ein dichter, gut erzählter, allerdings auch sehr detailreicher Familienroman

Håkan Nesser; Himmel über London

„Wir kamen um 16.50 Uhr mit dem Heathrow Express in Paddington an.“ Mit diesen Worten beginnt der Roman des Håkan Nesser. Nesser ist für seine komplexen und trickreichen Charaktere und Handlungen bekannt. Die Unaufgeregtheit, die der Satz transportiert, ist eine Finte. Denn im Folgenden entspinnt er ein gekonntes, hintergründiges und überaus originelles Spiel mit dem Genre, dem er seinen Erfolg verdankt. Wie gewohnt von Nesser spannend und sehr tiefgründig. Interessant der neue Schauplatz im Gegensatz zu seinen sonstigen Romanen.

Aber zunächst zur Handlung: Der fast 70jährige Leonard Vernim und seine amerikanische Lebensgefährtin Maud. Leonard ist schwerkrank – und Maud ist besorgt. Und zwar mehr, als es die Lage sowieso schon erfordern würde. Irgendetwas Geheimnisvolles geht vor sich, irgendetwas verschweigt ihr Leonard. Ein großes, wahrscheinlich letztes Geburtstagsfest hat er geplant. Auch ihre beiden Kinder aus erster Ehe sind eingeladen – die neurotische Irina, der ständig an Geldmangel leidende Gregorius. Sowie zwei mysteriöse Gäste, deren Namen sie nicht kennt. Gleichzeitig geht ein Serienmörder in der Stadt um – es braut sich etwas zusammen unter dem Himmel von London …

Das erste, was an diesem Buch von Beginn an fesselt ist die souveräne und klare Erzählweise Nessers, die sorgfältig und gründlich den Ereignissen und Personen nachgeht und das stetige gleichbleibende Tempo des Romans. Wer Lust hat auf literarische Entschlüsselungsreise zu gehen und wer Spaß hat an gut lesbarer Philosophie in der Literatur, dem sei dieses Buch empfohlen, alle anderen sollten „Den Himmel“ meiden und auf der Erde bleiben. Die Geschichte ist rund, die Protagonisten plastisch, es macht Spaß, ihnen zu folgen, aber kein Krimi, ein Roman, und der ist sehr spannend und sprachlich schöngeschrieben.

Ganz langsam erst wird dem Leser klar, wie alle diese Personen miteinander zusammenhängen könnten, welche Rolle die Nebengleise der Geschichte wirklich spielen und welche Geschichte eigentliche die eigentliche Geschichte sein wird.

Ein Roman, vielleicht auch ein Thriller, mit vielen Kleinigkeiten, vielen Spuren, vielen Ansätzen, die alle in sich einen der Schlüssel zum Verständnis des großen Ganzen tragen.

Ein souverän erzähltes und fesselndes Buch. Himmel über London ist definitiv eine Pflichtlektüre für lange Sommerabende (und auch Winterabende)!

gelesen von Bernd Vockeroth

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Ein Fall für Milena Lukin

Kornblumenblau von Schünemann / Volic

Kornblumenblau – Dabei ist mit dem Kornblumenblau nicht der Trunkenheitszustand gemeint, sondern die Farbe der Jacken des Serbischen Eliteregiments

Belgrad – eine europäische Metropole, so nah und doch so fern. Unter der kundigen, atmosphärischen Führung von Milena Lukin erschließt sich nicht nur ein aufsehenerregendes Verbrechen, sondern eine faszinierende Stadt im Brennpunkt europäischer Geschichte.

Der erste Fall für Milena Lukin der uns nach Belgrad – eine europäische Metropole, so nah und doch so fern, entführt. Unter der kundigen, atmosphärischen Führung von Milena Lukin erschließt sich nicht nur ein aufsehenerregendes Verbrechen, sondern eine faszinierende Stadt im Brennpunkt europäischer Geschichte.

Christian Schünemann, geboren 1968 in Bremen, studierte Slawistik in Berlin und Sankt Petersburg, arbeitete in Moskau und Bosnien-Herzegowina und absolvierte die Evangelische Journalistenschule in Berlin, wo er auch lebt. Er hat im Diogenes Verlag bereits vier Kriminalromane um den Münchner Starfrisör und Amateurdetektiv Tomas Prinz veröffentlicht.

Jelena Volic, geboren in Belgrad, studierte Allgemeine Literaturwissenschaft, Italianistik, Slawistik und Germanistik in Belgrad, Florenz, Groningen, Münster und Berlin. Zurzeit lehrt sie Neuere deutsche Literatur und Deutsche Kulturgeschichte in Belgrad und Kragujevac. Sie lebt in Belgrad und Berlin.

Besonders Lesenswert!

Gelesen von Heike Vockeroth

TAUCHE EIN IN DIE UNGEHEUERLICHE ROMANWELT VON ALLY CONDIE

Ally Condie; Atlantia

In dem Phantasieroman handelt es sich um die zweieiige Zwillingsschwestern Rio und Bay. Sie leben in einer Stadt namens Atlantia in den Tiefen des Ozeans. Ihre Mutter ist vor kurzer Zeit aus noch ungeklärter Ursache gestorben. Eines Tages entscheidet sich Bay plötzlich, nach oben in die verseuchte Welt über den Ozean zu gehen. Der Grund bleibt für Rio – und auch für den Leser – bis zum Schluss verborgen. Rio bleibt allein verstört zurück und versucht mit allen Mitteln Bay zu folgen. Dabei setzt sie immer wieder ihr Leben auf´s Spiel.

Mir gefällt das Buch sehr gut – nicht nur weil ich selber eine Zwillingsschwester habe J. Es ist eine sehr außergewöhnliche Geschichte. Gefühle und Empfindungen werden sehr schön und ausführlich beschrieben. Ich finde es spannend, wie die gegenseitige Beziehung der Zwillingsschwestern die Story bestimmt. Rio würde alles tun, um ihre Schwester noch einmal zu sehen. Ob das jede Schwester täte … ?

Für Sie gelesen von Johanna Ricks

Das aufsehenerregende Debüt einer ungewöhnlich talentierten Autorin

Heldentage von Sabine Raml

Heldentag erzählt die Geschichte der 15-jährigen Lea, die nicht nur eine harte Trennung hinter sich hat, sondern sich auch noch um ihre alkoholkranke Mutter kümmern muss. Sie sehnt sich nach Lenny – ihrem Ex – in dem sie immer noch hoffnungslos verliebt ist. Ihr Vater ist nach Ibiza abgehauen und ihre Mutter daraufhin in Selbstmitleid versunken. Weil sie sitzen geblieben ist, hat sie keine Freunde in ihrer neuen Klasse.

Trotz allem bleibt sie stark und versucht ihr Leben in den Griff zu bekommen. Ihre Clique und Pola – ihre beste Freundin – wissen von den meisten Problemen nichts. Daher kann sie sich hier hängen lassen. Allerdings ist es nicht einfach, keinen zu haben, mit dem sie ihre Probleme bereden kann.

Mir gefällt das Buch. Ich empfehle es allen, die mal etwas anderes als eine Fantasiegeschichte lesen wollen. Das Buch beschreibt eine reale Situation, die so hätte erlebt werden können. Es ist traurig, weil einem bewusstwird, dass es solche Lebensläufe tatsächlich gibt.

An den Schreibstiel musste ich mich erst gewöhnen. Die Autorin formuliert Leas Gedanken, als ob ein frecher Teenager drauf los quatschen würde.

Das Ende ist offen – doch der Leser kann sich denken, was passieren wird. Denn wenn man ein ganzes Buch lang mit Lea gelitten hat, wünscht man ihr jetzt ein tolles Happy End …

Für Sie gelesen von Anne Charlotte Ricks

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Die berühmtesten Krimi-Drehbuchautoren Schwedens mit ihrem ersten Roman

Cilla & Rolf Börjlind, Die Springflut 

Eine laue Sommernacht im Jahre 1987. Es ist Vollmond im schwedischen Nordkoster. In der Nacht wird es eine Springflut geben – und einen brutalen Mord. Das Opfer: eine junge, hochschwangere Frau. Ihre Identität: unbekannt. Tom Stilton, der ermittelnde Polizeibeamte, zerbricht an diesem Fall. Er kann weder Motiv noch aussagekräftige Spuren finden. Die Tat bleibt ungesühnt …

23 Jahre später: Eine Serie von feigen Angriffen auf Obdachlose erschüttert die Hauptstadt Stockholm. Die Ermittlungen verlaufen schleppend. Olivia Rönning, angehende Polizistin im zweiten Jahr ihrer Ausbildung, beobachtet das Geschehen aus der Distanz. Sie ist mit anderen Dingen beschäftigt. Sie soll einen »Cold Case« knacken – den Tod einer jungen Frau an einem Strand vor vielen Jahren klären. Ihr ist klar: Sie muss Tom Stilton finden. Doch der ist wie vom Erdboden verschluckt …

Ein sehr kompakter, spannender Krimi mit immer neuen Überraschungen. Er ist wirklich gut konstruiert, bietet spannende Unterhaltung und lässt ahnen, dass es noch Folgebände geben wird. Was ihn aber mehr als interessant macht, sind die Figuren. Sie sind mehr als außergewöhnlich. Sie alle sind an der Aufklärung des Falles beteiligt und lassen auf einen spannenden Nachfolgeband hoffen, auf den ich schon gespannt bin.

Empfehlenswert für alle, die interessante und spannende Schwedenkrimis lieben. Sehr gelungen, mehr davon!

Bernd Vockeroth

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Zigeuner, Tabakschmuggel, Liebe und Flamenco!

 Ildefonso Falcones: Das Lied der Freiheit

Mitte des 18. Jahrhunderts: Die junge Sklavin Caridad führt ein trostloses Leben auf Kuba. Als ihr Besitzer mit ihr nach Spanien übersetzt und auf dem Schiff stirbt, nimmt ihr Leben eine unvorhergesehene dramatische Wendung.

Caridad ist plötzlich frei! Aber was soll sie mit ihrer Freiheit anfangen? Sie kennt niemanden und weiß nicht, wohin sie gehen soll. Zunächst bestimmen Armut und Hunger ihren Alltag. Doch nach vielen Rückschlägen und Grausamkeiten, die sie erdulden muss, führt sie das Schicksal in eine Zigeunergemeinde.

Die meisten dieses Volkes stehen ihr misstrauisch und ablehnend gegenüber, nur eine Familie nimmt sie bei sich auf. So lernt Caridad ihre beste Freundin Milagros, eine junge Zigeunerin, kennen.

Die Jahre vergehen und Caridad erlebt mit den Zigeunern gemeinsam viele, viele Höhe- und Tiefpunkte. Dabei wird die Freundschaft der beiden Frauen oft auf eine harte Probe gestellt.

Falcones schildert das Schicksal der Zigeuner im Spanien des 18. Jahrhunderts einfühlsam und mitreißend. Ein bewegender historischer Roman über ein Volk, das noch heute verachtet und ausgegrenzt wird.

Auf weißem Schnee leuchtet rotes Blut am hellsten!

 Salla Simukka; So rot wie Blut

Eine scharfsinnige neue Heldin aus Finnland, die sich eigentlich nicht gern in Dinge einmischt, die sie nichts angehen. Bis sie zufällig Geld voller Blut findet …

Der vielversprechende Auftakt einer nervenzerfetzenden Thrillertrilogie aus Finnland.

Die 17-jährige Lumikki hat in ihrer Kindheit einiges durchgemacht. Doch jetzt führt sie ein selbstständiges, unabhängiges und zufriedenes Leben. Als sie eines Tages in der Schule jedoch eine verstörende Entdeckung macht, ist es mit der Ruhe vorbei. In der Dunkelkammer der Schule stößt sie auf blutige Geldscheine!

Ehe sie sich versieht, ist Lumikki Teil einer Gruppe Jugendlicher, die sich durch eine unbedachte Tat in große Gefahr gebracht haben. Nach und nach ermittelt die Clique und kommt einem gefährlichen Geheimnis auf die Spur. Ein Familienmitglied von einem aus ihrer Reihe ist tief in die Sache verwickelt! Bei ihren Versuchen, das Rätsel zu lösen geraten sie immer wieder in brenzlige Situationen, vor allem Lumikki stürzt sich mutig in teils lebensgefährliche Aufgaben.

Ein nervenaufreibender Thriller, der den Leser bereits auf der ersten Seite in seinen Bann zieht. Die bedrohliche Atmosphäre wird durch die Schilderung der faszinierenden Kulisse Finnlands im Winter noch untermalt. Der fantastische Auftakt zu einer fesselnden Trilogie.

Sie zu lieben ist ein tödlicher Fehler

 Peter Swanson, Die Unbekannte

George Foss hatte nicht gedacht, dass er sie jemals wiedersehen würde, bis er Liana eines Nachts in seiner Lieblingsbar in Boston erblickt. Er weiß nur zu gut, dass er sich von ihr fernhalten sollte, doch seit zwanzig Jahren kann er diese Frau nicht vergessen. Und nun ist sie zurückgekommen, um George um einen Gefallen zu bitten, der ihn in große Gefahr bringen wird. Trotzdem willigt er ein, ihr zu helfen, denn Liana ist die Einzige, die er jemals wirklich geliebt hat. Drei Menschen werden sterben, ein Vermögen in Diamanten wird verschwinden, und es ist kaum vorstellbar, dass George all das überleben könnte …

Zwanzig Jahre lang hat er auf sie gewartet. Jetzt wünscht er sich, er wäre ihr nie begegnet.

WOW – Eine Honigfalle, die Männern den Kopf verdreht – nichts spektakulär Neues nach der Sache mit dem Apfel, aber doch spannender umgesetzt. Man will George Foss antreiben und bremsen.

Spannend mit überraschender Wendung. Das Buch liest sich wie ’ne Achterbahnfahrt! Spannung und Psychologie zusammen, ein spannender, schwungvoller und fesselnder „Lies mich“-Krimi! Beschleunigt den Pulsschlag enorm.

Aber das kann’s ja wohl noch nicht gewesen sein, oder?! Wann und wie geht’s weiter???

Gelesen von Bernd Vockeroth

Ein Buch, das man so schnell nicht wieder vergisst.

Harlan Coben: Ich finde dich.

Jake Fisher ist Student der Politikwissenschaften und befindet sich kurz vor seiner Dissertation. Doch der Tod seines Vaters wirft ihn aus der Bahn, sodass er seine Koffer packt und zu einem Refugium fährt, das ihm sein Mentor empfohlen hat. Dort will er wieder zu sich finden und sich in Ruhe seiner Doktorarbeit widmen. Gänzlich unerwartet lernt er die Liebe seines Lebens, Natalie, kennen. Doch nach ein paar Monaten ist alles schon wieder vorbei. Sie verlässt ihn von heute auf morgen und – noch schlimmer – heiratet einen anderen.

Jetzt, sechs Jahre später, führt Jake ein zufriedenes Leben als ungebundener Collegeprofessor. Aber auch nach all den Jahren hat er Natalie nicht vergessen. Als ihm die Todesanzeige von ihrem Ehemann in die Hände fällt, kann er dies nicht ignorieren und erscheint bei der Beerdigung, um sie wiederzusehen. Doch entgegen seiner Erwartung ist sie nicht dort. Jake wird misstrauisch und begibt sich auf die Suche nach ihr.

Bei seinen Nachforschungen stößt er immer wieder auf Ungereimtheiten und große Rätsel, aber Jake gibt nicht auf. Er gerät mehr und mehr in einen Strudel voller Geheimnisse und Gefahren. Trotzdem kann ihn nichts von seiner von seinem Vorhaben abbringen, auch nicht, als er ins Visier skrupelloser Verbrecher gerät.

„Ich Finde Dich“ ist ein großartiger Pageturner, der mich sogleich in seinen Bann gezogen hat. Von Beginn an habe ich von Seite zu Seite zunehmend mitgefiebert und um das Leben und Schicksal von Jake gebangt.

Ein Buch, das man so schnell nicht wieder vergisst.

„Skurriles Lesefutter!“

 Kristian Bang Foss: „Der Tod fährt Audi“

Der Däne Asger ist Ende vierzig, arbeitet in einer Werbeagentur und lebt glücklich und zufrieden mit seiner Freundin Sara und deren Tochter Amalie.

Doch eines Tages nimmt er einen Auftrag für eine Kampagne zu sehr auf die leichte Schulter, verstößt dabei u. a. gegen Lizenzrechte und wird entlassen. Von heute auf Morgen verliert er alles: seine Arbeit, seine Freundin, Amalie, seinen Wohnsitz und seine Lebensfreude. So lässt er sich einige Zeit ziemlich gehen, bis ihm ein guter Freund einen Job vermittelt. Er soll bei einem jungen, schwerkranken Mann, namens Waldemar, als Pflegehelfer arbeiten.

Aus Geldnot nimmt Asger den Job an. Doch was anfangs nur zum Broterwerb dient, wird allmählich zu einer Art Freundschaftsdienst. Waldemar und Asger verbringen viel Zeit miteinander. Ihr Leben wird durch den anderen bereichert.

Irgendwann erzählt Waldemar Asger von seinem Wunsch, nach Marokko zu reisen und einen Heiler aufzusuchen. Asger ist zunächst wenig begeistert, doch nach und nach treffen die Freunde mit vereinten Kräften und viel Glück die nötigen Vorbereitungen und machen sich auf den Weg. Die lange Reise wird zu einem großen Abenteuer, das sie noch enger zusammenschweißt.

„Der Tod fährt Audi“ ist eine tragikomische Geschichte, geprägt von viel schwarzem Humor und Zynismus, voller skurriler Begebenheiten und Charaktere.

Ich habe den Roman mit einem lachenden und einem weinenden Auge gelesen. Ein Buch, das aufrüttelt und Mut macht, die Dinge nicht einfach so hinzunehmen, wie sie sind.

  1. 115, Kristian Bang Foss: „Der Tod fährt Audi“-carl’s books

 „(…) Bei Sehenswürdigkeiten besaß Waldemar ein Gespür für extrem Bizarres. Während er über alles die Nase rümpfte, für das ein wahrer Kulturbeflissener jeden Umweg in Kauf genommen hätte, wählte er Attraktionen wie ein Fonduemuseum in Lübeck, eine Kaninchenfarm (…) und eine Oblatenbäckerei in einem gottverlassenen Dorf. (…) Derartige Nichtigkeiten bauten mich irgendwie auf, gibt es doch nichts Deprimierenderes als diese sogenannten Touristenattraktionen, die man in einem kollektiven Mangel an Fantasielosigkeit aufsucht, um später sagen zu können, dass man da gewesen sei und man sie vor seinem Sankt-Nimmerleins-Tag gesehen habe. (…)“

für Sie gelesen von Emily Denyer

„Eine Ode an Träume, Mut, Tatkraft und Frieden.“ Elle“ (11.11.2013)

Ein zauberhaftes Verschenkbuch über Frieden, Liebe und die Kraft der Magie

Marc Michel-Amadry, Zwei Zebras in New York

Der Zoodirektor von Gaza ist verzweifelt. Seine Zebras sind an Hunger gestorben. Da er den Kindern in den schweren Zeiten des Krieges eine Freude machen will, bemalt er spontan zwei Esel mit schwarz-weißen Streifen.

James ist Journalist aus New York, spezialisiert auf Kriegsberichterstattung. Für seine neue Reportage nimmt er eine weite Reise auf sich und fliegt nach Gaza. Zu Beginn der Reise ist er mit sich selbst und seinem Leben zutiefst unzufrieden. Doch dort, mitten in einem Zoo, macht er eine außergewöhnliche Entdeckung: Hier leben Zebras, aber was für welche!

Dieses Erlebnis öffnet ihm die Augen und verändert seinen Blick auf die Welt. Er ist so gerührt, dass er sofort einen Artikel über diese Sensation schreibt. Der Bericht erscheint in New York und bewegt die Gemüter vieler Menschen. Darunter sind auch Mathieu, ein französischer Unternehmensberater, die Malerin Mila und die deutsche D-Jane Jana.

„Zwei Zebras in New York“ ist ein ganz außergewöhnliches, wundervolles Buch über die Kraft der Fantasie und der Liebe. Die in Leinen gebundene Ausgabe mit den beeindruckenden Illustrationen machen es außerdem zu einem besonderen Geschenk.

Emily Denyer

»Dies ist nicht nur ein brillanter Krimi, sondern ein brillanter Roman. Punkt.«The Independent

Dennis Lehane, In der Nacht

Amerika während der Prohibition. Joe Coughlin, ein kleiner Handlanger des Syndikats in Boston, steigt in Florida zum mächtigsten Rum-Schmuggler seiner Zeit auf. Und setzt sein Leben aufs Spiel – aus Liebe zu einer Frau. Ein atemloses, literarisches Gangster-Epos.

Eine beeindruckende Geschichte über das Leben eines „Gesetzlosen“. Man taucht ein in eine faszinierende Welt, in der Macht, Gewalt und Gier die Vorherrschaft haben. Coughlins vielschichtige Charakterzüge lassen den Leser immer wieder zwischen tief empfundener Sympathie und Abneigung schwanken. Die Schilderung von seinem Schicksal lässt einen bis zur letzten Seite nicht mehr los!

Ich hoffe, es gibt bald einen zweiten Band, weil ich neugierig bin wie es weiter geht…

 Die Große Wildnis  von  Piers Torday

In dem Buch geht es um einen Jungen, der seit dem Tod seiner Mutter nicht mehr redet. Aber er kann sich mit Tieren verständigen. Als er aus dem Mentorium für Problemkinder – in das ihn die Erwachsenen gesteckt haben – flieht, gelangt er plötzlich zu den letzten lebendenden Wildtieren, die ihn um Hilfe vor der roten Pest bitten. Gemeinsam mit einem großen Hirsch (der Anführer der Tiere), einen frechen Wolfsjungen, einer militärischen Kakerlake, einer edlen Katze, einem Schwarm vorwitziger Tauben und einer tanzenden Maus machen sich Kester und ein kleines Mädchen (Polly) auf den Weg zu Kester´s Vater, um ein Heilmittel zu finden.

Mir hat vor allem gefallen, dass die Hauptfigur mit den Tieren reden kann, aber nicht mit den Menschen redet – und trotzdem verständigt er sich mit ihnen!

Mir hat auch gefallen, dass es zwischen spannenden Stellen auch immer wieder was zum Lachen gab.

Ich konnte das Buch meistens nicht mehr aus der Hand legen, weil es so fesselnd ist: dauernd ändert sich die Stimmung!

Ich hoffe, es gibt bald einen zweiten Band, weil ich neugierig bin wie es weitergeht – denn so richtig zu Ende ist die Geschichte noch nicht…

Johanna Ricks, 11 Jahre

Piers Torday stammt ursprünglich aus Northumberland. Er begann seine Karriere als Autor am Theater und für Live-Comedy-Shows. Zuletzt schrieb er fürs Fernsehen und entwickelte dort Programmideen. Piers‘ Vater ist der berühmte Autor Paul Torday (Lachsfischen im Yemen). »Die Große Wildnis« ist Piers‘ erster Roman.

 Drachenläufer / Tausend strahlende Sonnen  von  Khaled Hosseini

Die unehelich geborene Mariam wird mit fünfzehn ins ferne Kabul geschickt, wo sie mit dem dreißig Jahre älteren Witwer Rashid verheiratet wird. Zwanzig Jahre später erlebt Leila, ein Mädchen aus der Nachbarschaft, ein ähnliches Schicksal. Auch ihr bleibt keine Wahl: Nachdem ihre Familie bei einem Bombenangriff getötet wurde und sie erfährt, dass auch ihr Jugendfreund Tarik, den sie seit gemeinsamen Kindertagen liebt, angeblich ums Leben gekommen ist, wird sie Rashids Zweitfrau. In dem bis dahin kinderlos gebliebenen Haushalt bringt Leila nacheinander eine Tochter und einen Sohn zur Welt. Während der Taliban-Herrschaft machen Bombardierungen, Hunger und physische Gewalt das Leben der Familie zur Qual. Die Not lässt die an sich so unterschiedlichen Frauen zu engen Freundinnen werden und ihre Stärke schließlich ins Übermenschliche wachsen.

Für Khaled Hosseini hat sich der amerikanische Traum vom Aufstieg erfüllt, und doch lässt ihn seine afghanische Herkunft nicht los. Jeden Morgen um halb sechs, wenn die Familie noch schläft und die Jalousien noch geschlossen sind, treibt es ihn an den Schreibtisch, seine Gedanken kehren in die alte Heimat zurück, und er konzentriert sich als Erzähler auf das Land am Hindukusch und seine Menschen: auf Armut und Angst, Hass und Gewalt, Unglück und Erniedrigung. In dieser Welt als Frau geboren zu sein, ist eine zusätzliche, schwere Bürde. Im Frühling 2003 kehrte Hosseini zum ersten Mal nach über 20 Jahren in die Heimat seiner Kindheit zurück. „Ich fühlte mich wie ein Außenseiter, denn ich hatte nicht gelitten wie die anderen“, sagte er danach. „Ich spürte das, was man die Schuld der Überlebenden nennt.“ Als Erzähler bringt Hosseini der Welt das Schicksal seiner Landsleute so nah wie niemand zuvor. Schon der Titel „Tausend strahlende Sonnen“, der einem alten persischen Gedicht über Kabul entstammt, intoniert ihre Sehnsüchte nach einem menschlichen Leben. Mehr muss und kann ein Autor nicht von sich verlangen.

Ich habe Tausend strahlende Sonnen gelesen und muss jetzt noch unbedingt Drachenläufer lesen, deshalb empfehle ich gleich diesen Sonderband jedem der noch kein Buch von Hosseini gelesen hat.

Anne Vockeroth

Geld, Gier, Mord

Matthias P. Giberts führt in die Bankenbranche

Pechsträhne  von Matthias P. Gisbert 

Der elfte Fall für Paul Lenz

 

Der Ruf der Banker hat in den letzten Jahren stark gelitten. Berichte über die verheerende Finanzkrise, riskante Bankgeschäfte und skrupellose Banker füllten die Zeitungen. Vor allem, wenn ältere Menschen durch falsche Ratschläge von Anlageberatern ihre Ersparnisse verlieren, ist der Unmut der Bevölkerung groß. In genau dieses brisante Themenfeld wagt sich Erfolgsautor Matthias P. Gibert mit seinem neuen Kriminalroman „Pechsträhne“. Sein elfter Fall führt den routinierten Kasseler Kommissar Paul Lenz in die Welt des Geldes und zeigt ihm, welche Auswüchse die Gier des Menschen haben kann. Ein hochaktueller und erschreckend realistischer Roman!

In einer Villa in Kassel wird die übel zugerichtete Leiche des Bankmanagers Sven Vontobel gefunden, neben ihm sein ebenfalls erschossener Hund. Wegen seiner umstrittenen Wertschöpfungsmethoden war er selbst bei seinen Kollegen unbeliebt. Bald gibt es zwei weitere Tote, ebenfalls Mitarbeiter der Nordhessenbank. Gegen alle Widerstände aus den Reihen der Geldmafia und in einer für sie fremden, abstoßenden Welt fahnden Hauptkommissar Paul Lenz und sein junger Kollege Thilo Hain nach einem Täter, der ihnen immer einen Schritt voraus zu sein scheint.

Gruselig fand ich gleich die ersten Seiten. Emotional nimmt, mich zumindest, die detailierte Schilderung des Selbstmordes einer alten Dame ganz schön mit.

Heike Vockeroth

Du denkst, du hast das Schlimmste überlebt. Doch das wahre Grauen beginnt  – DANACH

Danach  von  Koethi Zan

„In den ersten zweiunddreißig Monaten und elf Tagen unserer Gefangenschaft waren wir dort unten zu viert. Und dann nur noch drei. Es war still im Keller, und wir fragten uns, wer wohl als Nächstes dran sein würde.“ Sarah Farber hat überlebt. Drei lange, grausame Jahre in einem Kellerverlies. Zehn Jahre ist das her, aber Sarah kann nicht vergessen – die Dunkelheit, die Kälte, die Verzweiflung, die Panik. Und sie weiß noch immer nicht, was damals mit ihrer besten Freundin Jennifer geschehen ist. Jetzt kann sie nicht länger vor ihrer Vergangenheit davonlaufen…..

Danach ist alles schon passiert. Glaubt man. Nein!!! Die Geschichte, die Koethi Zan gestrickt, erzeugt ein Kopfkino, sodass einem Sarahs Ängst zu seinen eigenen Ängsten werden läßt. Man kommt auch bis zum Ende nicht mehr los davon!!

 

Bernd Vockeroth

 

Koethi Zan stammt aus Alabama und hat in Yale Jura studiert. Sie arbeitete als Anwältin für Film, Fernsehen und Theater, zuletzt beim Musiksender MTV. Heute konzentriert sie sich ganz auf das Schreiben und hat bereits zahlreiche Ideen für weitere Thriller. Koethi Zan lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Hudson im Bundesstaat New York.

Eine Liebesgeschichte, anders als alle anderen

 Jojo Moyes; Ein ganzes halbes Leben

Lou, 26, ist auf verzweifelter Suche nach einem Job und nimmt das Angebot an, sich für ein halbes Jahr um Will, 35, zu kümmern, der nach einem Unfall körperlich schwerst behindert ist.

Er macht es ihr nicht leicht und zuerst will sich Lou schon geschlagen geben. Aber mit der Zeit lassen sich beide mehr und mehr auf einander ein, fassen Vertrauen und ohne es zu ahnen, wird Lous Leben in den nächsten Monaten komplett auf den Kopf gestellt.

Das Buch ist aus der Sicht von Lou geschrieben, es gibt aber auch Kapitel aus der Perspektive anderer Personen, die für die Geschichte wichtig sind. Mir hat das sehr gut gefallen, da man so viel über die unterschiedlichsten Gefühle und Blickwinkel erfährt.

Der Roman kommt gänzlich ohne Kitsch aus und rührt doch immer wieder zu Tränen. Dabei kann man aber auch auf vielen Seiten schmunzeln, laut auflachen und sich köstlich amüsieren. Mir gefällt das Geplänkel zwischen Lou und Will oder aber der trockene Humor von Lous Familie sehr.

Jojo Moyes, geboren 1969, hat Journalistik studiert und für die «Sunday Morning Post» in Hongkong und den «Independent» in London gearbeitet. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern auf einer Farm in Essex.

Für Sie gelesen von Anne Vockeroth

 

Ein spannender, sommerheller Krimi aus dem schwedischen Schärengarten

 Tödlicher Mittsommer von Viveca Sten

Ein spannender, sommerheller Krimi aus dem schwedischen Schärengarten Am Strand von Sandhamn, einer kleinen Insel im Schärengarten vor Stockholm, wird an einem heißen Julitag die Leiche eines Mannes angespült. Thomas Andreasson übernimmt den Fall und trifft auf Sandhamn seine Jugendfreundin Nora wieder, die auf der beliebten Urlaubsinsel Ferien macht. Als eine Woche später ein weiterer Mord begangen wird, gerät die Idylle vollends in Gefahr …Der erste Band einer Reihe von Sandhamn-Krimis mit Kriminalkommissar Thomas Andreasson und Juristin Nora Linde.Es ist ein heißer Julimorgen auf Sandhamn im Stockholmer Schärengarten. Eine männliche Leiche, verstrickt in ein Fischernetz, liegt angespült am Weststrand der Insel. Eine gute Woche später wird nicht weit davon entfernt eine brutal ermordete Frau aufgefunden, und Thomas Andreasson von der Polizeidienststelle Nacka muss sich des Falls annehmen. Anhaltspunkte gibt es kaum. Was verband die Toten mit Sandhamn? Welche Geheimnisse verbergen sich in dem kleinen Ort? Gequält vom Verlust seiner neugeborenen Tochter und von einer zerbrochenen Ehe stürzt Thomas sich in die Ermittlung. Unerwartete Hilfe bekommt er dabei von seiner Jugendfreundin Nora Linde, die mit ihrer Familie die Sommermonate auf der Insel verbringt.Ein Mörder geht um in der Sommeridylle, und der Druck auf die Polizei wird immer höher. Thomas Andreasson muss den Täter finden, bevor noch ein Mensch stirbt …

Das besondere an diesem Krimi ist auf der einen Seite die liebevolle Erzählung über die einzelnen Personen und die Natur und Umgebung der Schäreninsel Sandhamn, die die Autorin selbst wie ihre eigene Westentasche zu kennen scheint. So steht die Mordermittlung zwar im Mittelpunkt, doch erfährt man auch viel über die Probleme und Lebensgeschichten anderer Personen. Auf der anderen Seite fand ich die Ermittlungsarbeit aber auch sehr realistisch. Bis fast zum Ende des Buches ist nicht genau klar, wie sich die Ereignisse zugetragen haben und wie so oft im Leben spielen Glück und Schicksal bei der Aufdeckung auch eine Rolle.

Ein Krimi, der sich im Nu durchlesen lässt und Lust auf mehr Bücher von Viveca Sten um Kommissar Andreasson und die Schäreninsel Sandhamn macht. Gott sei Dank der Beginn einer Reihe!

Gelesen von Bernd Vockeroth

Wunderschöner, ruhig erzählter und emotionaler Roman

Ein Buch für die Seele

Der Sommer, als ich schön wurde von Jenny Han

Die Sommer in Susannahs Strandhaus waren schon immer die Highlights in Bellys Leben. Und Susannahs Söhne Jeremiah und Conrad sind vielleicht das Wichtigste an den Ferien. In diesem Sommer fühlt Belly sich endlich nicht mehr wie ein kleines Mädchen, sondern wie eine attraktive junge Frau. Und endlich interessieren sich auch die Jungs für sie. Nur Conrad, in den sie schon immer heimlich verliebt war, reagiert zurückhaltender als früher. Und auch der sonst so fröhliche Jeremiah wirkt bedrückt. <BR\>Was steckt dahinter? Belly begreift, dass ihr Kindheitstraum von den gemeinsamen Strandhausferien in diesem Jahr endet. Und dass sie ihn erst loslassen muss, bevor sie bereit ist für etwas Neues.

Jenny Han wuchs in Richmond, Virginia, auf. Sie studierte an der University of North Carolina und machte ihren Universitätsabschluss an der New School. Heute lebt Jenny Han in New York City. „Der Sommer, als ich schön wurde“ ist nach „Zitronensüß“ der zweite Jugendroman, der in der dtv Reihe Hanser erscheint. Weitere Titel werden folgen.

Der Taschenbuchstart einer traumhaft schönen Trilogie.

Gelesen von Anne Vockeroth

Toller Fantasyroman und ein Muss für alle Drachenfans!

Serafina – Das Königreich der Drachen von Rachel Hartmann

Die Drachen könnten die Menschen vernichten. Doch sie sind zu fasziniert von ihnen. Dies ist die Basis des fragilen Friedens zwischen beiden Völkern, die jäh brüchig wird, als der Thronanwärter ihres gemeinsamen Königreichs brutal ermordet wird – auf Drachenart. Die junge Serafina hat guten Grund, beide Parteien zu fürchten. Hütet doch das erst seit kurzem am Hofe lebende Mädchen selbst ein Geheimnis. Als sie in die Mordermittlungen verwickelt wird, kommt der scharfsinnige junge Hauptmann der Garde, Lucian Kiggs, ihm gefährlich nahe und droht, ihre Verstrickung mit der Welt der Drachen zu enthüllen und ihr ganzes Leben auf immer zu zerstören.

Dieses Buch ist ein richtiges Meisterwerk, so voller Fantasie, Spannung und Gefühlen. Meiner Meinung ein richtig guter Mix. Die letzten 120 Seiten sind so spannend, dass man sie an einem Stück lesen muss, weil man einfach nicht aufhören kann. Das Ende ist genial geschrieben mit spannenden Kämpfen und Überraschungen, von denen man nicht erwartet hätte, dass es sie gibt. Ich kann es kaum erwarten, dass der zweite Teil herauskommt. Einen kleinen Makel gibt es trotzdem, so wie ich finde. Der schwerverständliche und verwirrende Prolog, den man erst versteht, wenn man ein großes Stück weitergelesen hat und die etwas langweiligen ersten Seiten. Das ist aber kein Problem, wenn es so wunderbar, wie hier weiter geht. Die großen Kämpfe und Intrigen werden von starken Gefühlen begleitet, die einen tief bewegen. Von diesem Buch kann ich im Fazit nur sagen, das es eindeutig in meine Top-Liste gehört!

Gelesen von Alicia Hennig

„Leidenschaft plus Gefahr“ The Times

 Die Frau, die vom Himmel fiel von SIMON MAWER

Marian Sutro ist kein Mädchen wie die anderen. Soeben aus der Schule ins Leben entlassen, kauert die neunzehnjährige Londonerin nun, 1943 in der geöffneten Tür eines Flugzeugs der Royal Air Force, unter ihr das besetzte Frankreich, bereit, mit dem Fallschirm ins Ungewisse zu springen. In Frankreich soll sie die Widerstandkämpfer unterstützen und in Paris einen alten Freund aufsuchen, der für die Nazis arbeitet. Wird sie ihre Aufgabe erfüllen? Eine mutige junge Frau gerät zwischen die Fronten des Krieges – und findet sich zwischen zwei Männern wieder

Ein packender Roman über eine starke junge Frau, die Mut in gefährlichen Zeiten beweist, und eine Liebesgeschichte vor der Kulisse des historischen Paris.

Wie wär’s mit ein bisschen „Casablanca“Feeling- für die dunkler werdenden Tage? Wenn Sie Lust habt, in eine Geschichte voller Leidenschaft und Gefahr einzutauchen, dann lesen Sie

Simon Mawers Roman „Die Frau, die vom Himmel fiel“.

„Leidenschaft plus Gefahr – was könnte aufregender sein? Eine dunkle, packende Hommage an die 50 Heldinnen, die denselben Sprung im wahren Leben getan haben.“

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Faszinierende Hommage an H. G. Wells – phantasiereich, humorvoll und meisterlich geschrieben  –  ein Tornado der Phantasie!!

Die Landkarte des Himmels von Palma, Felix J.

Schon im ersten Band seiner Trilogie „Die Landkarte der Zeit“ zündet F.J. Palma ein Feuerwerk der Phantasie. Die Geschichte um den Millionärs Montgomery Gilmore alias Gilliam F. Murray nimmt immer wieder eine neue Wendung. Verstrickt mit dem Leben seines Feindes H.G.Wells gerät der Millionär in prekäre Situationen.

Auch im zweiten Band „Die Landkarte des Himmels“ manövriert sich Murray in eine nahezu ausweglose Lage. Er versucht alles um die schöne Emma zu gewinnen. Ihr Wunsch ist ihm Befehl. Doch sie wünscht sich eine Inszenierung des Angriffs der Marsmenschen nach H.G.Wells. Hier jedoch droht ihm alles zu entgleiten.

Eine Geschichte angesiedelt im 19. Jahrhundert, die einen packt und nicht mehr loslässt.

Ihr Bernd Vockeroth

Klasse Fantasy mit einer tollen Heldin

„Der Feuersteinvon Rae Carson. 

Eine magische Reise beginnt

Ich finde das Buch ist ein sehr gutes Buch, da ich abenteuerliche und spannende Bücher wie dieses sehr mag. Es ist fesselnd und ich konnte kaum aufhören zu lesenJ

Es erinnert mich auch an ein Buch, das dem Feuerstein sehr ähnelt. Es heißt „Avala Die Zeit des Adlers“. Auch in diesem Buch geht es um ein Mädchen, dass ihre Bestimmung erfüllen muss. Ein häufiges Thema ist Gott. Obwohl Religion nicht gerade mein Lieblingsfach ist, hat mich dieser Teil in dem Buch nicht gestört, ich fand es teilweise sogar sehr interessant.

Die Stelle, die mir am meisten in dem Roman gefällt, ist die Zeit, die Prinzessin Elisa bei Humberto, Cosmé, Belén und Jacián verbringt. Dieser Teil ist sehr spannend und abenteuerlich.

Ich hätte mir zum Finale zwar etwas mehr Kampf erhofft, damit es noch spannender und fesselnder gewesen wäre, trotzdem war es ein sehr gutes Ende.

Der Feuerstein ist ein sehr spannender, abenteuerlicher, fesselnder und durchaus empfehlenswerter Roman.

 

Mit freundlichen Grüßen

Alicia Henning (Schülerin)

SIE BEENDEN IHR LEBEN IN 23 TAGEN

By The Time You Read This, I’ll Be Dead von Julie Anne Peters

Die Reihe 21st century thrill von Kosmos ist für junge Erwachsene ein super Tipp.

Dieses Buch hat mich von der ersten Seite an fasziniert. Die beiden Hauptfiguren, Daelyn und Santana, waren mir auf Anhieb sympathisch.

Das Geschichte handelt von Dealyn, die von verschiedenen Personen gemobbt wurde. Mehrere Suizid-Versuche hat sie schon hinter sich, und immer auf der Suche nach einem besseren Plan sich selbst zu töten findet sie eine Web-Seite, die einen Suizid in 23 Tagen plant. Der Leser wird gefesselt durch diese Frist und hofft auf Daelyns letzte Rettung: Santana, ein Junge aus Ihrer Schule.

Gelesen von Anne Vockeroth

 

 

Toller Schmöker über eine spannende Epoche

Die Brückenbauer von Jan Guillou

1880 verunglückt der Vater von Lauritz, Oscar und Sverre auf einem Fjord in Norwegen. Eine Seilerei in Bergen nimmt die drei mittellosen Jungen in die Lehre. Doch die Drei sind auch nach der Arbeit wissensdurstig und bauen ein Modell eines Wikingerschiffes nach. „Die Gute Absicht“, ein Zusammenschluss wohlhabender Bergerner Handelsmänner zahlt den Brüdern ein Studium in Dresden im Ingenieurwesen. Die Chance ihres Lebens. Alle nutzen sie anders.

Lauritz erbaut die Bergenbahn, die Eisenbahnstrecke in Nord-Norwegen. Oscar geht nach Afrika, und alle geraten in die Konflikte des Ersten Weltkrieges.

Gelesen von Anne Vockeroth

 

„Dieser Harold Fry packt einen so sehr, dass man Lust bekommt, selbst einfach mal drauf loszugehen.“ (Alf Mentzer, hr2 Kultur)
„Ein berührender Selbstfindungsroman.“ (Der Spiegel)
„Eine Hauptfigur, die man sofort ins Herz schließt.“ (Maxi)

Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry von  Rachel Joyce

„Ich bin auf dem Weg. Du musst nur durchhalten. Ich werde Dich retten, Du wirst schon sehen. Ich werde laufen, und Du wirst leben.“ Harold Fry will nur kurz einen Brief einwerfen an seine frühere Kollegin Queenie Hennessy, die im Sterben liegt. Doch dann läuft er am Briefkasten vorbei und auch am Postamt, aus der Stadt hinaus und immer weiter, 87 Tage, 1000 Kilometer. Zu Fuß von Südengland bis an die schottische Grenze zu Queenies Hospiz. Eine Reise, die er jeden Tag neu beginnen muss. Für Queenie. Für seine Frau Maureen. Für seinen Sohn David. Für sich selbst. Und für uns alle.

Ein ganz außergewöhnlicher und tief berührender Roman – über Geheimnisse, besondere Momente und zufällige Begegnungen, die uns von Grund auf verändern. Über Tapferkeit und Betrug, Liebe und Loyalität und ein ganz unscheinbares Paar Segelschuhe.

Mein Mann und ich haben selten so viel über ein Buch diskutiert. Es hat uns dazu angeregt, über eingefahrene Verhaltensmuster nachzudenken und über den Sinn des Lebens zu philosophieren. In diesem Fall stimmen wir ausnahmsweise alle drei mit dem Platz auf der Bestsellerliste überein.

Für Sie gelesen von Heike, Bernd und Anne Vockeroth

 

 

 

Ein subtiler Thriller mit Sogwirkung

Allein die Angst von Louise Millar

Die Autorin Louise Millar beschreibt in ihrem Debütroman auf ruhige, subtile Art die Geschichte dreier Frauen. Ihr Thema sind Berufstätigkeit, Partnerprobleme, Frauenfreundschaft. Aber jeder der drei Frauen hat Ihr Geheimnis. Männer gibt es nur am Rand der Handlung. Über lange Strecken liest sich das Buch wie ein ganz normaler Roman. Dabei gelingt es, eine schöne Fassade einer heilen Welt aufzubauen. Doch viele Zufälle, kleine Lügen und Geheimnisse lassen diese Risse bekommen und die Handlung bekommt eine überraschende Wendung. Neben der Handlung fesseln mich die gut durchdachten Charaktere.

„Allein die Angst“ ist ein vielschichtiger, gut konstruierter Psychothriller, der sehr ruhig und gelassen anfängt, aber später sein Grauen in vollem Umfang entfaltet.

Für Sie gelesen von Bernd Vockeroth

Mit diesem Buch ist nun bereits der vierte Band dieser so außerordentlich erfolgreichen Reihe erschienen, und abermals versteht es Ariana Franklin sehr gut, eine spannende Geschichte zu stricken!

Der Fluch der Totenleserin von Ariana Franklin

Mit Wehmut (Ariana Franklin alias Diana Norman starb letztes Jahr) und großer Spannung zugleich habe ich das letzte Abenteuer von Adelia, dem knorrigen Rowley, dem spitzzüngigen Mansur und dem gewitzten König Henry verschlungen.

„Der Fluch der Totenleserin“ ist wie die Vorgängerbände auch   ein historischer Krimi, in dem Adelia mir noch ein wenig mehr ans Herz gewachsen ist. Die Autorin nimmt uns aber nicht nur mit auf eine Reise nach Sizilien, sondern richtet ihr Augenmerk auch auf wichtige Themen des Lebens wie etwa den gefährlichen Aberglauben der Menschen im Mittelalter, Verfolgung Andersgläubiger, Standesdünkel und Rassismus, die nach wie vor nichts an Aktualität eingebüßt haben. Und natürlich bekommen auch die kirchlichen Würdenträger wieder „ihr Fett“ weg. Die Einblicke in das dunkle, düstere Gedankengut des Mörders haben mir einige Gänsehautmomente beschert.

Für Sie gelesen von Heike Vockeroth

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„Ich möchte dich für den Rest meines Lebens lieben“

Die Sommertänzerin von Judith Kinghorn

Die Geschichte beginnt mit Clarissa, 14 Jahre. Sie lebt wohl behütet auf dem Anwesen ihrer reichen Familie. Dort lernt sie Tom, den Sohn der Haushälterin kennen und lieben.Durch Ihren unterschiedlichen sozialen Stand und das Ausbrechen des Ersten Weltkrieges ist es den beiden unmöglich, sich in der Öffentlichkeit zu lieben. Sie treffen sich in den nächsten 16 Jahren immer wieder, und jedes Mal brennt ihre Liebe erneut auf. Es war mir unmöglich, dieses Buch zur Seite zu legen.

Ich wollte unbedingt wissen, ob Tom und Clarissa es schaffen, sich zu vereinen.

Für Sie gelesen von Anne Vockeroth

Im Land des Korallenbaums von Sofia Caspari

Wer einfach mal abtauchen möchte in eine andere Zeit, ein anderes Land, staunen möchte, was Frauen früher so aushalten mussten und sich freuen, das es uns heute nicht mehr so geht, der liest hier richtig.

Anna Weinbrenner und Viktoria Santos lernen sich 1863 auf der Überfahrt nach Buenos Aires kennen. Beide Frauen sind auf dem Weg zu ihren Ehemännern. Viktorias Mann, einen reichen Estancia Besitzer, haben dringende Geschäft im Norden Argentiniens gerufen. Annas Familie hingegen konnte die Kosten nicht auf einmal für die gesamte Familie aufbringen. In dem fernen Land trennen sich ihre Wege zunächst. Doch Viktorias Zukunft gestaltet sich nicht so rosig wie erhofft, und Anna erwartet bei der Ankunft eine schreckliche Nachricht …

Spannend bis zum Schluss inclusive einer berührenden nicht kitschigen Liebesgeschichte.

Für Sie gelesen von Heike Vockeroth

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Paul Lenz‘ achter Fall

 Zeitbombe von Matthias P. Gibert

Matthias ist ja echt fleißig. Jedes Jahr zwei Krimis! Ich kenne Paul und Maria (der Kommissar und seine Geliebte) ja nun schon vier Jahre und verfolge gespannt den Fortgang ihrer Beziehung, denn … ich bin eigentlich nicht der Krimileser. Für mich macht es nicht der Thrill, sondern mehr das Zwischenmenschliche aus. Dies beschreibt M.G. sehr direkt und oft  im (vorstellbaren) Originalton der Darsteller. In „Zeitbombe“ wird ein Kripobeamter zwischen Kassel und Fulda vom ICE überfahren. 14 Tage später der nächste. Paul Lenz glaubt natürlich nicht an Suizid. Unter Verdacht steht für den Leser sofort der gerade entlassene Rüdiger Bornmann. Mit dem neuen Chef stecken Lenz und Hain nicht unter einer Decke. Maria muss wieder einmal das Krankenhaus besuchen. Wir erfahren etwas über ein besonderes Schlafmittel; Lenz und Hain geraten unter Beschuss von einer Kalaschnikow und das Ganze an uns mehr oder weniger bekannten Orten. Also doch ein Krimi vor der Haustür.

 

Für Sie gelesen von Heike Vockeroth

Ein starkes Plädoyer für Zivilcourage

Ein toter Lehrer von Simon Lelic

Vermutlich hat jeder von uns in den Medien über Amokläufe von Schülern gehört. Aber warum schießt ein Lehrer in der vollen Aula um sich und bringt dabei scheinbar wahllos fünf Menschen um? War er ein durchgeknallter Psychopath? Der Direktor möchte den Fall so schnell wie möglich mit dieser Erklärung abschließen, aber Kommissarin May lässt sich nicht so einfach abfertigen.Sie geht dem Geschehen auf den Grund. Terror und Gewalt am Arbeitsplatz sind schließlich auch ihr vertraute Begriffe.

Gegen den Widerstand des Schulleiters und auch ihres Vorgesetzten verhört sie Zeugen und die Angehörigen der Opfer und nach und nach setzt sich ein Bild zusammen, das den Amoklauf in ein neues Licht rückt. Ein Licht, das dunkle Schatten auf die Schule wirft.

Das Buch ist keine leichte Kost, es wirft Fragen auf und lässt uns ins Grübeln kommen.

Für Sie gelesen von Sabine Hoof

»Ein großartiger Mittelalter-Roman, in dem Rebecca Gablé Fakten und Fiktion zu einer mitreißenden Geschichte fügt. «
Brigitte

Hiobs Brüder von Rebecca Gablé

Rebecca Gablé hat mich noch nie enttäuscht. Jeder ihrer historischen Romane ist packend von Anfang bis Ende und ich bin 2 bis 4 Tage nicht ansprechbar, weil ich im Mittelalter versinke. Hiobs Brüder ist ein Einzelband. Er erzählt die Geschichte von Losian, der mit einer handvoll Jungen und Männer, allesamt Außenseiter durch ein Gebrechen, eingesperrt in einer verfallenen Inselfestung vor der Küste Yorkshires lebt. Durch ein schweres Unwetter ausgelöst, können sie aufs Festland flüchten. Es beginnt ein Suchen nach ihm selbst und seiner Geschichte. Hat er den grauenvollen Krieg verschuldet hat, unter dem ganz England leidet …

für Sie gelesen von Heike Vockeroth

»Ein neuer Stern am Krimi-Himmel«

Todeswunsch von Michael Robotham

Der Psychologe Joe O’Loughlin ist sich nicht sicher, ob er sich ausgerechnet Sienna Hegarty als beste Freundin für seine Tochter Charlie wünscht. Denn die frühreife Sienna ist nicht immer ein guter Umgang. Doch als sie eines Abends blutüberströmt bei den O’Loughlins auftaucht, nimmt Joe sich ihrer an. Denn im Haus der Hegartys ist etwas Schreckliches passiert: Siennas Vater liegt tot in ihrem Zimmer – jemand hat ihm die Halsschlagader durchtrennt. Sienna kann sich an nichts erinnern. Auf ihrer Kleidung klebt das Blut des Toten, und das Mädchen hat außerdem ein starkes Motiv für die Tat, wie Joe mit Hilfe seines Freundes, dem Ex-Polizisten Vincent Ruiz, herausfindet. Sienna wird des Mordes an ihrem Vater angeklagt, aber Joe ist von ihrer Unschuld überzeugt. Und er soll eine Wahrheit zu Tage fördern, die schwerer wiegt als alles, was er für möglich gehalten hätte …

Schon durch den Roman „Dein Wille geschehe“ hat sich Michael Robotham in den Kreis meiner Lieblingsautoren geschrieben. War ich am Ende dieses Falles noch der Meinung, dass dieses erste Highlight der Reihe um den Psychologen Joe O`Loughlin an Spannung und Dramatik nur schwer zu übertreffen ist, so wurde ich beim Lesen von „Todeswunsch“ eines Besseren belehrt. Michael Robotham beweist einmal mehr, dass er mich als Fan verdient hat! Das hat mich einen Sonntag und die darauf folgende Nacht gekostet.

Für Sie gelesen von Bernd Vockeroth

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Nur wer Grenzen überschreitet, kann die Welt verändern!

Gute Geister von Kathryn Stocket

Die Hausangestellte Aibileen muss miterleben, dass ihre Herrschaften eine Farbigentoilette für sie einbauen lassen, weil Farbige „Krankheiten und Bakterien“ in sich tragen. -Miss ‚Skeeter‘ muss sich wohl damit abfinden, dass sie niemals heiraten wird. Ihre Loyalität Farbigen gegenüber darf sie nur heimlich zeigen, genau wie ihre Leidenschaft fürs Schreiben. -Minny, farbiges Hausmädchen wie Aibileen, hat ihr Mundwerk nicht im Griff“ und daher schon wieder eine Stelle verloren. Sie kann nicht glauben, dass sie von ihrer neuen Herrin mit Respekt behandelt wird.

In Mississippi in den 60er Jahren, in denen Farbige per Gesetz nicht dieselben Schulen, Geschäfte und Krankenhäuser aufsuchen dürfen wie Weiße, beschließen drei mutige Frauen, ihre Erlebnisse mit ihren Herrschaften zu veröffentlichen und bringen damit eine Lawine ins Rollen…

Das Debüt von Kathryn Stockett ist warmherzig, humorvoll und zugleich wehmütig. Ein wunderbares Buch und man wünscht sich, bald mehr von dieser Autorin lesen zu dürfen.

Für Sie gelesen von Sabine Hoof

„Unabhängig von Ort und Zeit – dieser Roman packt einen einfach überall.

Rubinrotes Herz, eisblaue See von Morgan Callan Rogers

Florine heißt die Erzählerin dieser packenden Familiengeschichte. Sie wohnt in einem kleinen Fischerdorf an der Küste Maines, in dem jeder jeden kennt. Sie verbringt ihre Zeit ganz normal mit ihren drei besten Freunden, bis sie 11 Jahre alt ist und ihre Mutter Charlie spurlos verschwindet. Da ihr Vater zunächst droht, im Alkohol zu versinken und sich dann mit seiner Jugendliebe verbindet, sucht Florine immer wieder Trost bei ihrer Großmutter Grand. Die eigensinnige Florine sieht und sucht ihre Mutter in allen Dingen und auch über die Jahre gibt sie den Gedanken nie auf, dass ihre Mutter zurückkehrt. Wir begleiten sie bis zum Heranwachsen als junge Frau, die ihre Wünsche durchsetzt. Mir haben besonders gut die Beziehungen zwischen Florine und ihrer liebenswerten Großmutter, ihrer immer bereiten Freundin Dotty, ihrem bodenständigen Freund Bud und ihrem herzkranken Vater gefallen.

Für Sie gelesen von Heike Vockeroth

Dirk Kurbjuweit hat einen glänzenden Roman über das Leben deutscher Soldaten am Hindukusch geschrieben.

Kriegsbraut von Dirk Kurbjuweit 

Die Frau, die sich traut

Der Journalist Dirk Kurbjuweit erkundet in einem Roman das moralische Dilemma der deutschen Soldaten in Afghanistan:“Kriegsbraut“ ist kein Thriller mit grauenhafter Atomdrohung und erschütternden Frauenschicksalen – das Buch ist literarisches Neuland.

Eigentlich will Esther nur ihrem trostlosen Alltag und einer hoffnungslosen Beziehung entfliehen, deshalb verpflichtet sie sich für mehrere Jahre als Soldatin bei der Bundeswehr. Ein ersehnter und wahr gewordener Einsatz in Afghanistan soll ihrem Leben neuen Sinn geben.

Es beginnt eine Zeit des Wartens, der unerträglichen Hitze und der Suche nach Abwechslung im Soldatinnenalltag, bis sie den afghanischen Lehrer Mehsud kennen und lieben lernt. Sie erwägt die Chancen für ein gemeinsames Leben.

Doch dann überschlagen sich die Ereignisse und Esther gerät in einen Strudel aus Kriegsgeschehen, Schuld und Trauma. Die Erzählung über den Einsatz in Afghanistan aus der Perspektive einer Soldatin ist keine leichte Kost, aber, wie ich finde, äußerst lesenswert.

Für Sie gelesen von Sabine Hoof

Für Freiheit und Glück riskiert sie alles – auch ihr Leben.

Andrea de Carlo, Das Meer der Wahrheit

Für mich wieder ein typischer Andrea de Carlo mit Tiefgang. Rom: ein Vater hinterlässt zwei völlig verschiedenen Söhnen ein todbringendes Geheimnis. Der erfolgreiche Fabio mit hohen politischen Ambitionen und der Aussteiger Lorenzo, der die menschlichen Werte schätzt und eine junge Dänin in ihren Bemühungen unterstützt, Intrigen des Vatikans aufzudecken. Spannend und menschlich zugleich.

Für Sie gelesen von Heike Vockeroth

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Für Freiheit und Glück riskiert sie alles – auch ihr Leben.

Die Vagabundin von Astrid Fritz

Astrid Fritz erzählt hier die Geschichte der Eva Barbiererin, die sich aus der Not heraus vom Passau der 1560er Jahre aus auf Wanderschaft begibt. Schon schnell wird klar, dass ein Mädchen auf der Straße Freiwild ist, und so verfällt sie auf die Idee, als Junge verkleidet aufzutreten. Keine neue Idee, aber der Umstand, dass  die Erzählung auf einer wahren Begebenheit beruht, gibt dem Ganzen doch eine neue Note. Astrid Fritz erzählt die Geschichte flüssig, leicht und mit einer Fülle von Details, so dass sie bis zum leider sehr realistischen Ende immer unterhaltsam bleibt. Und es bleibt die Erkenntnis, dass das Leben vor 450 Jahren vor allem als Frau beileibe kein Zuckerschlecken war.

Für Sie gelesen von Claudia Blaue

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»Mein Liebster, schlaf gut. Schlaf für immer.«

„Die Totengräberin“ von Sabine Thiesler

Magda und Johannes haben sich mit ihrem Haus in der Toskana einen Traum erfüllt. Sie verbringen dort jedes Jahr mehrere Wochen und sind im Dorf bei den Einheimischen gut integriert. – Doch in diesem Sommer ist alles anders: Magda fährt allein voraus und wartet auf ihren Mann, der ein paar Tage später aus Berlin nachkommen will. Sie weiß, dass er die Zeit bei Carolina, seiner Geliebten, verbringt. Magda ist nicht mehr bereit, dies zu ertragen. Johannes hat ihre Liebe zerstört, und jetzt ist die Zeit ihrer Rache gekommen, denn sie nach einem Motto: „Wenn einer den anderen betrügt, ist das Leben zu Ende“. Das hat sie schon als Kind gelernt. Und deshalb steht ihr Entschluss fest: Sie kann ohne ihn nicht leben, aber sie kann vor allem mit ihm nicht mehr leben. Es ist ein warmer Sommermorgen in der Toskana. Heute soll er sterben. Sie geht ihren mörderischen Plan immer wieder in allen Einzelheiten durch und empfindet dabei unglaubliche Ruhe und tiefe Zufriedenheit. Sie hat alles vorbereitet, er wird nichts spüren. Jedenfalls nicht in den ersten Minuten.

An einem warmen Sommermorgen tötet sie ihren Mann, vergräbt ihn und meldet ihn als vermisst.

Als ihr Schwager Lukas zu Besuch kommt, eskaliert die Situation. Er liebt Magda und erkennt erst viel zu spät, in welch tödlicher Gefahr er sich befindet …

Wieder entführt uns Sabine Thiesler mit ihrem Roman in die Toskana. Alles ist so schön, alles könnte so einfach sein, wenn da nicht ein paar Leichen wären und ein felsiger Garten, in dem man nicht tief genug graben kann – für ein Grab! Eine anfangs sehr behäbig wirkende Handlung, die uns aber durch den subtilen Irrsinn der Täterin gefangen nimmt und uns bis zum Ende nicht mehr loslässt

gelesen von Bernd Vockeroth

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